Viele Menschen verdrängen die Tatsache, dass sie eines Tages sterben werden. (Mir ging das bis vor Kurzem auch so!) Ebenso wenig denken sie daran, dass ein Unfall oder eine schwere Krankheit dazu führen könnte, auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. Doch genau hier liegt die Herausforderung: Wer keine Vorsorge trifft, überlässt wichtige Entscheidungen seinen Hinterbliebenen.
In diesem Ratgeber geht es um die Vorsorge für den eigenen Todesfall sowie um Massnahmen, die sicherstellen, dass deine persönlichen Wünsche auch dann berücksichtigt werden, wenn du selbst nicht mehr handlungsfähig bist. Das Thema Tod oder Koma aufzuschieben, kann belastender sein, als sich einmal bewusst damit auseinanderzusetzen.
Eine Studie der TH Köln zeigt, dass viele junge Menschen, die noch keine direkten Erfahrungen mit schweren Schicksalsschlägen gemacht haben, sich in trügerischer Sicherheit wiegen. Dabei geschehen die meisten tödlichen Unfälle nicht im Strassenverkehr, sondern im Haushalt. Auch ernsthafte Krankheiten wie Krebs oder plötzliche Pflegebedürftigkeit betreffen nicht nur ältere Menschen.
Sich frühzeitig mit den Themen Krankheit, Pflege und Tod auseinanderzusetzen, bedeutet, Verantwortung für sich selbst und seine Liebsten zu übernehmen.
Wer schon einmal einen Todesfall in der Familie erlebt hat, weiss, wie viele organisatorische Aufgaben auf die Hinterbliebenen zukommen. Von der Kündigung von Verträgen bis zur Regelung von Versicherungen – all das muss oft in einer emotional schwierigen Zeit erledigt werden. Jede im Voraus getroffene Entscheidung kann eine enorme Erleichterung sein. Hier sind einige Beispiele:
1. Familie absichern und entlasten
Junge Eltern sollten sich Gedanken machen, was im Falle ihres Todes mit ihrem Partner oder ihren Kindern geschieht. Eine Risikolebensversicherung kann finanzielle Sicherheit bieten und dazu beitragen, dass die Familie ihren Lebensstandard halten kann.
2. Erbstreitigkeiten vermeiden
Nur etwa ein Drittel der Menschen spricht mit Angehörigen über das Erbe. Das führt oft zu Konflikten. Ein Testament kann helfen, Unklarheiten zu vermeiden, insbesondere wenn bereits Vermögen, etwa in Form von Aktien oder auch Kryptowährungen, besteht.
3. Unternehmensnachfolge regeln
Selbstständige sollten sich bewusst sein, dass ihr Tod eine erhebliche Lücke reissen kann. Ein Unternehmenstestament kann helfen, finanzielle Risiken zu minimieren und die Zukunft des Betriebs zu sichern.
4. Persönliche Interessen wahren
Fällt eine Person in ein Koma oder einen anderen nicht ansprechbaren Zustand, müssen oft schwierige medizinische Entscheidungen getroffen werden. Eine Patientenverfügung stellt sicher, dass die eigenen Wünsche respektiert werden – und entlastet gleichzeitig die Angehörigen.
5. Selbstbestimmung sicherstellen
Jeder Mensch hat das Recht auf Selbstbestimmung. Mit den richtigen Vorsorgedokumenten und Nachlassregelungen kannst du deine Vorstellungen und Wünsche festhalten, sodass sie auch dann gelten, wenn du selbst nicht mehr handlungsfähig bist.
Um gut abgesichert zu sein, sollten verschiedene Dokumente aufgesetzt werden:
Ein Testament muss handschriftlich verfasst und unterschrieben sein, um rechtskräftig zu sein. In vielen Fällen ist es ratsam, einen Notar hinzuzuziehen. Das gibt Sicherheit und stellt sicher, dass die gewählten Formulierungen rechtlich Bestand haben.
Die Auseinandersetzung mit diesen Themen mag unangenehm erscheinen, doch frühe Vorsorge ist ein Zeichen von Verantwortung – gegenüber sich selbst und seinen Liebsten.
Ich habe mich auch lange gedrückt vor diesem Thema, doch wurde mir klar, wie wichtig es ist darüber zu reden und es schriftlich festzuhalten, seit dem Tod meiner Mama.
Gerne begleite ich dich auf deinem persönlichen Weg und nehme dich bei all den Regelungen an die Hand.